Ich will nicht die Feuerwehr sein.

Dunkles Zitatbild im Zero-Fire-Stil: „Ich will nicht die Feuerwehr sein. Das Feuer soll gar nicht erst entstehen." Christoph Jimenez Ramos, Governance-Architekt.

Warum große Vorhaben in Flammen aufgehen und wie man das Feuer verhindert, statt es zu löschen.

Die meisten holen einen Berater, wenn es schon brennt. Er kommt, löscht, schreibt die Eskalation in Rechnung und geht wieder. Das kann ich. Ich will es aber nicht. Große Flammen sind fast immer schon eine Eskalationsstufe, und bis dahin ist es teuer geworden. Mir geht es darum, dass das Feuer gar nicht erst entsteht. Deshalb heißt meine Marke Zero Fire.

Projektbrände beginnen fast nie bei der Technik. Sie beginnen früher. Es wird zu spät miteinander geredet, zu lange schöngeredet und am Ende zu wenig entschieden. Das ist kein IT-Problem, sondern ein Governance-Problem. Und Governance ist nicht Bürokratie, sondern Entscheidungsarchitektur.

Die billigste Löschung ist die unbequeme Frage

Der günstigste Moment, ein Feuer zu verhindern, ist der, in dem noch niemand eine Flamme sieht. Man erreicht ihn mit der unbequemen Frage, so früh wie möglich gestellt.

Ein Beispiel, das nichts mit IT zu tun hat. In Berlin sollte eine Bankfiliale mit einem neuen Konzept öffnen. Man geht als Neukunde hinein und kommt mit Konto, Karte und Vertrag wieder heraus. Bevor sie eröffnete, stellte jemand eine Frage: Gibt es ein Fallback-Szenario, falls eines dieser Elemente nicht funktioniert? Stille im Raum. Keiner hat mehr gesprochen. Am Ende wurde die Kampagne abgeblasen, drei Jahre lang floss Geld, ohne dass etwas dabei herauskam.

Das hatte nichts mit Technik und nichts mit Sicherheit zu tun, sondern mit dem Gesamtkonstrukt. Jeder hat nur in seine eigene Konserve gedacht und nicht von vorne bis zum Ende. Der Brand war für jeden sichtbar, der früh genug die richtige Frage stellte. Nur hat sie niemand rechtzeitig gestellt.

Drei Stellen, an denen Feuer entsteht

Entscheidungsarchitektur hat drei Schritte. Fehlt einer, fängt es an zu qualmen.

Ausrichten

Alle sitzen in ihrem Elfenbeinturm und reden nur über die Distanz. Bevor irgendwer steuert, muss man diese Türme eintreten und die Beteiligten früh an einen Tisch holen, nicht nur die Fachleute, sondern alle Betroffenen. Gemeinsames Ziel, klare Grenzen, benannte Zuständigkeiten. Schriftlich. Was nur in Köpfen existiert, ist kein Wissen, sondern ein Risiko. Später streitet man darüber, was „schon immer“ oder „noch nie“ zum eigenen Bereich gehörte, weil es nie geregelt war. Was aufgeschrieben ist, kann man übergeben, abgrenzen und entscheiden. Was im Kopf bleibt, bleibt Streit.

Entscheiden

Entscheiden heißt nicht, endlos abzuwägen, bis der Druck es erledigt. Es heißt, zu definieren, was von wem bis wann entschieden werden muss, und Nutzen, Aufwand und Risiko offen gegeneinanderzustellen, statt nur am Preis zu drehen. Ich habe erlebt, wie ein Vorhaben über Monate immer weiter zusammengestrichen wurde, nur um die Investition zu drücken, bis am Ende ein Rest übrig blieb, der das eigentliche Problem gar nicht mehr lösen konnte. Es wurde verhandelt, statt entschieden. Rechtzeitig zu sagen „so trägt es nicht“, ist keine Schwäche der Governance. Es ist ihr Kern.

Verantworten

Solange alle in Lohn und Brot sind und das Projekt läuft, ist alles in Ordnung. Interessant wird es bei der ersten roten Lampe. Dann will plötzlich niemand dabei gewesen sein, und die Schuld wandert nach außen, zur Software, zum Team, zum Risiko, das „man ja nicht kennen konnte“. Ich kenne das aus eigener Managementverantwortung, von beiden Seiten des Tisches. Verantworten heißt, das umzudrehen, bevor es brennt. Jede offene Entscheidung bekommt einen Eigentümer und einen Preis der Verzögerung. Die Führung zieht die Entscheidungen an sich, die ihr gehören, statt sie nach unten zu delegieren und sich später zu wundern. Nicht-Entscheiden wird am Ende protokolliert als das, was es ist. Es ist die teuerste Entscheidung von allen, nur bleibt sie unsichtbar, bis die Rechnung kommt.

Kommen, lösen, befähigen, gehen

So arbeite ich. Ich komme in eine festgefahrene Lage, löse das eigentliche Problem, befähige die Organisation, es selbst zu tragen, und gehe wieder. Große Probleme mache ich dafür klein. Einen Elefanten drückt man nicht durch eine normale Tür. Man zerlegt ihn in Teile, die durchpassen, und setzt sie auf der anderen Seite so zusammen, dass der andere sie versteht und selbst weiterführen kann.

Das „befähigen und gehen“ ist kein Zusatz, es ist der Test. Eine Governance, die nur hält, solange ich im Raum bin, ist keine Governance, sondern eine Krücke. Die drei Schritte oben baue ich nicht, um zu bleiben, sondern um überflüssig zu werden. Was ein Kopfmonopol auflöst, macht mich am Ende entbehrlich. Das ist der Sinn der Sache. Wer eine dauerhafte Abhängigkeit von einem Berater sucht, ist bei mir falsch. Wer will, dass es hinterher auch ohne mich läuft, ist richtig.

Je größer das Vorhaben, desto teurer die ungestellte Frage

Ein Vorhaben rutscht nicht über Nacht in die Schieflage, sondern über Jahre, weil niemand entschieden hat und keiner wusste, wer zuständig ist. Je größer und komplexer das Programm, desto teurer die Lücke. In einer IT-Transformation auf Vorstandsebene kostet ein nicht getroffener Entscheid schnell sechsstellig. Nicht durch einen einzelnen Fehler, sondern durch die Summe der Dinge, die niemand entschieden hat.

Zero Fire ist deshalb keine Frage von mehr Kontrolle, mehr Gates, mehr Reporting. Es ist die Frage, ob früh geredet, konsequent entschieden und klar verantwortet wird. Wer das aufsetzt, bevor die erste rote Lampe angeht, spart sich die teuren Überraschungen danach.

Wenn Sie wissen wollen, wo in Ihrem Programm das Feuer entsteht, bevor es brennt, macht die Governance-Diagnose genau das in wenigen Tagen sichtbar. Sie zeigt, wo zu spät geredet, zu lange schöngeredet und zu wenig entschieden wird.

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